
Der Negus Comfort Booster wurde von Beginn an aus der Praxis für die Praxis entwickelt.
Doch neben praktischen Erfahrungen im Alltag der Logistik ist auch eine objektive wissenschaftliche Bewertung wichtig. Deshalb begleiten Fachleute mit entsprechender Messtechnik die Entwicklung, um die Effekte des Systems nachvollziehbar zu dokumentieren.
Jetzt fanden erneut messtechnische Untersuchungen vor Ort erneut durch Vertreter der BTU Cottbus-Senftenberg, Arbeitsgebiet Arbeitswissenschaft und Arbeitspsychologie, statt. Ziel der Messungen ist es, die Auswirkungen des Systems auf den Fahrerarbeitsplatz – insbesondere auf Lärm und Arbeitsbedingungen während der Ruhezeiten – genauer zu analysieren.
Basisdaten für Vergleichsmessungen
Bei der aktuellen Messung handelt es sich zunächst um eine Grundmessung am Fahrzeug ohne angeschlossenen Kühlauflieger. Sie bildet die Ausgangsbasis für spätere Vergleichsmessungen, wenn der Negus Comfort Booster im realen Betrieb eingesetzt wird.
Dabei wurden verschiedene typische Betriebszustände eines Lkw untersucht, unter anderem:
- Motor im Leerlauf
- Motor mit erhöhter Drehzahl
- Betrieb mit elektrischen Verbrauchern
- Betrieb ohne Verbraucher
- Motor ausgeschaltet bei aktiver Bordtechnik
Insgesamt wurden mehrere Szenarien definiert, um ein möglichst realistisches Bild der Geräuschsituation im Fahrzeug zu erhalten. Diese Daten bilden die Vergleichsgrundlage für eine zweite Messreihe, bei der der Kühlauflieger eingebunden wird – also genau jene Konstellation, in der der Negus Comfort Booster seine Wirkung entfaltet.
Ziel: bessere Ruhebedingungen für Fahrer
Der Hintergrund ist einfach: Wenn der Booster den Strom aus dem Kühlauflieger nutzt, muss der große Hauptmotor des Lkw deutlich seltener laufen oder bleibt im Idealfall ganz ausgeschaltet. Dadurch sinken nicht nur Dieselverbrauch und CO₂-Emissionen – auch die Lärmbelastung für den Fahrer während der gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten kann deutlich reduziert werden.
Die aktuellen Messungen sollen diese Effekte messtechnisch nachvollziehbar belegen.
Praxis trifft Wissenschaft
Die Untersuchungen entstanden über Kontakte aus regionalen Innovationsnetzwerken und Forschungsprojekten. Die beteiligten Fachleute verfügen über umfangreiche Erfahrung bei Messungen in Arbeitsumgebungen, in denen Konzentration, Informationsverarbeitung und ergonomische Bedingungen eine wichtige Rolle spielen – etwa in Leitwarten oder technischen Kontrollarbeitsplätzen.
Gerade deshalb ist der Blick auf den Fahrerarbeitsplatz im Lkw besonders interessant: Auch hier geht es letztlich um Erholung, Konzentration und sichere Arbeitsbedingungen.
Weitere Auswertung geplant
Die jetzt erhobenen Daten bilden die Grundlage für eine weiterführende Auswertung und mögliche gemeinsame Veröffentlichung. In einer nächsten Messreihe soll untersucht werden, wie sich der Negus Comfort Booster im Zusammenspiel mit dem Kühlauflieger konkret auf die Geräuschsituation im Fahrerhaus auswirkt.
Die Entwicklung des Systems wird damit nicht nur praktisch getestet, sondern auch wissenschaftlich begleitet.
Foto: Messtechnische Untersuchungen am Lkw: Dr. Rico Ganßauge (li.) und Dr. Roberto Kockrow erfassen die Geräuschsituation im Fahrerhaus, um die Effekte des Negus Comfort Boosters objektiv zu dokumentieren. (Foto: Tudyka.PR)